Trinkgeld in der Dominikanischen Republik
Ein kurzer Guide zum Trinkgeld in der Dominikanischen Republik: wo es bereits auf der Rechnung stehen kann, wo es erwartet wird und wo man getrost nichts geben muss.
Spickzettel: wie viel geben
| Wem | Wie viel |
|---|---|
| Restaurant | 10% stehen oft schon auf der Rechnung (Zeile Propina / Ley) - Beleg prüfen; 5-10% extra sind freiwillig |
| Zimmermädchen | $2-3 pro Tag |
| Gepäckträger | $1-2 pro Koffer |
| Barkeeper (All-inclusive) | $1 oder 50 Pesos alle paar Drinks, oder $2-5 einmal am Tag |
| Ausflugsteam (Guide + Fahrer) | $10-20 pro Familie oder Gruppe für den Tag |
| Taxi | nicht üblich; Aufrunden genügt |
Alle Beträge sind Richtwerte, keine Pflicht. Weniger oder gar nichts ist ebenfalls in Ordnung.
Gibt man in der Dominikanischen Republik überhaupt Trinkgeld?
Ja, eine Trinkgeldkultur gibt es, aber sie ist entspannter als in den USA. Das Wichtigste: In Restaurants und Bars sind 10% Servicegebühr per Gesetz meist schon in der Rechnung enthalten - dazu gleich mehr. Alles darüber hinaus ist eine Geste der Dankbarkeit, keine Pflicht. Die Löhne im Dienstleistungssektor sind niedrig, daher sind selbst ein paar Dollar eine echte Hilfe für die Person, die Sie bedient hat. Weitere Basics für die erste Reise: Guide für Erstbesucher.
Pesos oder Dollar?
Beides geht. US-Dollar werden in allen Touristengebieten akzeptiert. Ein paar praktische Hinweise:
- Einige kleine Scheine von zu Hause - $1, $5, $10 - lösen das ewige Wechselgeldproblem
- Pesos eignen sich genauso gut: 50 Pesos sind ein völlig normales kleines Trinkgeld für Barkeeper oder Gepäckträger, 100-200 Pesos für das Zimmermädchen
- Wenn Sie eine Rechnung in Dollar bezahlen (Restaurant, Geschäft), fragen Sie vorher nach dem Wechselkurs - er kann ungünstig angesetzt werden. Beim Trinkgeld spielt der Kurs keine Rolle, beim Bezahlen von Rechnungen sehr wohl
- Münzen jeglicher Fremdwährung sowie eingerissene oder beschriftete Dollarscheine sind nutzlos - Banken nehmen sie nicht an
- Euro gehen zur Not, sind für das Personal aber schwerer zu tauschen als Dollar
Wie viel Geld man insgesamt mitnehmen sollte - im Guide zu den Urlaubskosten.
Was die Zeilen auf der Rechnung bedeuten: ITBIS, Ley, Propina
Die erste Überraschung in der Dominikanischen Republik: Menüpreise und Endbetrag unterscheiden sich um fast 30%. Das ist kein Betrug - so funktionieren die lokalen Steuern. Eine typische Rechnung sieht so aus:
- Subtotal - die Summe zu Menüpreisen
- ITBIS 18% - die dominikanische Mehrwertsteuer. Geht an den Staat
- Propina Legal 10% (auf der Rechnung auch “Ley”, “10% Ley” oder “Propina”) - eine gesetzliche Servicegebühr nach Artikel 228 des Arbeitsgesetzbuchs. Das ist das Trinkgeld: Per Gesetz wird der gesamte Betrag unter dem Servicepersonal verteilt - Kellnern und Barkeepern. Der Inhaber bekommt davon nichts
- Total - der Endbetrag, etwa +28% auf die Menüpreise
Was daraus folgt:
- Prüfen Sie vor dem Trinkgeld den Beleg: Steht dort die Zeile Propina / Ley, ist das Trinkgeld für den Kellner bereits bezahlt. 5-10% in bar draufzulegen lohnt sich nur bei wirklich gutem Service, am besten direkt in die Hand
- Die Propina Legal gilt nur beim Verzehr vor Ort. Bei Essen zum Mitnehmen dürfen die 10% nicht auf dem Beleg stehen
- In kleinen lokalen Imbissen und an Straßenständen kommt die Rechnung oft ohne ITBIS und Propina - dort ist der Preis final, und das Trinkgeld liegt ganz bei Ihnen
All-inclusive: wem und wie viel
“All inclusive” heißt nicht, dass das Trinkgeld inklusive ist. Formal erhebt das Hotel eine Servicegebühr, doch das Personal großer Resorts lebt auch von den Trinkgeldern der Gäste, und der Unterschied im Service für alle, die auch nur einen Dollar geben, ist spürbar.
- Barkeeper: $1 oder 50 Pesos alle paar Drinks, oder $2-5 einmal am Tag
- Zimmermädchen: $2-3 pro Tag, besser täglich statt einer Summe am Ende - die Schichten wechseln
- Kellner beim A-la-carte-Dinner: $2-5 pro Tisch
- Gepäckträger: $1-2 pro Koffer
- Animateure, Concierge: freiwillig, wenn sie wirklich geholfen haben
Ein paar Dollar für das Zimmermädchen am ersten Tag wirken besser als dieselbe Summe am letzten.
Restaurants außerhalb des Hotels
Gleiche Regel: zuerst die Rechnung prüfen. Steht dort die Zeile Propina / Ley, sind die 10% bereits bezahlt. Danach:
- Normaler Service - man muss nichts drauflegen
- Guter Service - aufrunden oder 5-10% in bar dazugeben
- Bei Kartenzahlung das Trinkgeld besser bar auf dem Tisch lassen: Ein Kartenaufschlag kommt nicht immer beim jeweiligen Kellner an
Ausflüge und Touren
Im Tourpreis ist kein Trinkgeld enthalten. Bei einer Tour arbeitet meist ein Team - Guide und Fahrer, bei Bootstouren zusätzlich Kapitän und Crew. Man muss nicht für jeden einzeln rechnen: Einfacher ist es, sich am Ende des Tages mit einem Betrag beim ganzen Team zu bedanken.
- Ganztagesausflug: $10-20 pro Familie oder kleiner Gruppe für das gesamte Team
- Bootstour: etwa genauso viel, meist wird am Ende in eine gemeinsame Kasse gesammelt
- Kurze Tour von ein paar Stunden: $5-10 insgesamt reichen
Trinkgeld zu fordern oder darauf anzuspielen ist hier nicht üblich - es bleibt immer freiwillig. Hat der Ausflug nicht gefallen, geben Sie nichts.
Taxis, Transfers, Hotelpersonal
- Taxi: Trinkgeld ist nicht üblich, Aufrunden genügt. Den Preis vor der Fahrt vereinbaren
- Gebuchter Transfer: $2-5 für den Fahrer, wenn er beim Gepäck geholfen hat
- Rezeption: kein Trinkgeld nötig, außer man hat etwas Besonderes für Sie getan
Mehr zum Fortbewegen im Land: Transport-Guide.
Für Kreuzfahrtpassagiere
Für einen Tag im Hafen von Taino Bay oder Amber Cove sind die Regeln einfach:
- Kleine Dollarscheine sind die Währung des Tages. Für ein paar Stunden an Land muss man kein Geld in Pesos tauschen
- Team des Landausflugs - dieselben $10-20 pro Familie für das ganze Team
- Im Restaurant am Hafen - zuerst die Rechnung: Die Zeile Propina / Ley bedeutet, dass die 10% bereits enthalten sind
- Souvenirverkäufer erwarten kein Trinkgeld; dort zählt das Handeln
Mehr zum Tag im Hafen: Taino-Bay-Guide und Amber-Cove-Guide.
Was man nicht tun sollte
- Keine Münzen geben - ausländische Münzen lassen sich hier nicht wechseln
- Keine eingerissenen, geklebten oder beschrifteten Dollarscheine - Banken nehmen sie nicht an
- ITBIS nicht mit Trinkgeld verwechseln: Die 18% sind eine Steuer für den Staat, nicht das Geld des Kellners
- 15-20% zusätzlich zu den enthaltenen 10% sind nicht nötig: Man nimmt es gern an, aber 5-10% extra reichen auch für exzellenten Service völlig aus
- Trinkgeld nicht demonstrativ geben und keine Sonderbehandlung dafür erwarten - es ist eine Geste der Dankbarkeit, kein Geschäft